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Letzte Änderung:
18.09.2017, 10:09

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Asmita

(falsche Identifikation) ein irrtümliches Verständnis unserer eigenen Person, das was man landläufig das „Ego“ nennt.

Ich bin.... Sekretärin, Hausfrau, Mutter...... lauter einzelne Aspekte, die den ganzen Menschen nicht beschreiben. Und doch sagt man: „Er ist Physiker“ und meint, damit alles ausgedrückt zu haben, was es über diesen Menschen zu sagen gibt. „Ich muss dieses oder jenes können oder erreichen“,  „Ich habe dafür einfach kein Talent“  können Aussagen sein, die einem irrtümlichen Verständnis der eigenen Person entspringen.

Woran erkennt man nun, ob man sich richtig oder falsch sieht? Wenn eine Handlung oder ein Gedanke, der in der Vorstellung über die eigene Person wurzelt, zu „Dukha“ führt, zu einem Gefühl von Dunkelheit,  Enge oder Unbehagen, kann man davon ausgehen, dass Asmita im Spiel war. Asanas (Yogastellungen) können hilfreiche Wegweiser sein, um Dukha zu erkennen. Hat man nach dem Üben Schmerzen oder fühlt man sich ausgelaugt, ist das ein Zeichen von Dukha und man kann davon ausgehen, dass die Vorstellung von der eigenen Kraft oder Geschmeidigkeit nicht richtig war. Andererseits stellt man beim Üben oft fest, dass man gelenkiger oder kräftiger ist, als man dachte. Nur weil eine Person sich beim Üben weiter nach vorne beugen kann als eine andere, heißt das noch lange nicht, dass er oder sie in der auf dem Weg des Yoga weiter fortgeschritten ist als jemand anders. Vergleiche solcher Art wurzeln in Asmita und bringen eine Zufriedenheit, die auf Überlegenheit beruht (also die anderen braucht) oder eine Unzufriedenheit, die sich aus dem Vergleich mit anderen ergibt (also ebenfalls die anderen braucht).  Eine unvollständige oder falsche Wahrnehmung meiner selbst.

Wie leicht eine Vorstellung der Wirklichkeit wie eine Kiste übergestülpt wird,  lässt sich am Umgang mit der Atmung erleben. Fast ohne es wirklich zu wollen macht man die Atmung so, wie man sie haben möchte, wie man denkt, dass sie sein müsste und es ist so schwierig, diesem feinen Botschafter aus der eigenen Mitte zu lauschen.

 Das Wort „Persönlichkeit“ ist vom lateinischen „Persona“ abgeleitet. „Persona“ bedeutet wörtlich die Gesichtsmaske, die der griechische und römische Schauspieler auf der Bühne trug; es ist die Maske, durch  (per)  er seine Rolle tönen (sonare) lässt.  Die Maske ist es, welche die charakteristischen Züge der Rolle trägt, die Züge des Helden oder der Heldin, des Dieners oder des Boten, während der Schauspieler selbst hinter ihr anonym bleibt, ein Unbekannter, dem Spiel innerlich fern stehend und an den aufgeführten Leiden und Freuden gänzlich unbeteiligt (aus "Religion und Philosophie Indiens von Heinrich Zimmer)

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