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Letzte Änderung:
18.09.2017, 10:09

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Avidya

Wie oft kam es schon vor, dass man von einer Sache überzeugt war und diese Überzeugung aufgab, als es Informationen gab, die vorher nicht vorhanden waren?

Oder dass man irgendwann sagen musste: Hätte ich das gewusst, hätte ich mich anders verhalten.

Das ist normal, das gehört, lt Yoga Sutra zum ganz normalen Mensch-Sein.  Avidya ist die

Wurzel der Wurzeln des Leidens. Unvollständiges oder unrichtiges Wissen führt dazu, dass wir uns fürchten, obwohl das nicht nötig wäre, dass wir vergängliches für Dauerhaft halten und uns zum Beispiel so sehr mit einer Rolle identifizieren, dass der Kontakt zum tatsächlichen, darunterliegenden Selbst verloren geht und so weiter.

Falsches Wissen führt zu falschem Handeln und somit zu Ergebnissen, die nicht glücklich machen. Meist lässt sich erst aus der Wirkung des Ergebnisses (Sukha/Dukha),  darauf schließen, das  Avidya  im Spiel war. Avidya ist somit auch die am schwersten zu erkennende „Leidenswurzel“. Durch die Beschäftigung mit den anderen Klesha erschließt sich jedoch auch der Zugang zu Avidya.  

Die alte indische Kultur legte viel Wert auf Wissen. Die höchste Kaste war nicht die der Krieger, der die meisten Könige angehörten, sondern die der Brahmanen, die das Wissen der Veden und gerade die Philosophie des Yoga nimmt an, dass das Leiden der Menschen seine Ursache im Geist hat und mit dem Geist gelöst werden muß. Dass der indische „Geist“ auch das umfasst, was hier „Seele“ genannt wird und auch Intuition einschließt, hilft bei der Suche nach Avidya.