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Letzte Änderung:
18.09.2017, 10:09

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Raga

„Wallung“ oder „drängendes Verlangen“ ist auf eine gewisse Weise das Gegenteil von DVESHA.

Das zu wiederholen, was als angenehm erlebt wurde ist im Grunde eine brauchbare Basis für ein glückliches Leben. Das Anhaften an etwas, das als positiv erlebt wurde und nun unbedingt und dringend wiederholt werden soll, ist RAGA. Blinde Wut oder wilde Leidenschaft ergeben sich daraus, heisst es, und die verzweifelte Suche, die Sehnsucht, nach etwas, das man nicht hat kann in Sucht enden.  RAGA erinnert an die  Fähigkeit, los zu lassen und in der Beschäftigung damit, geht es auch darum, Sinn und Ursprung von Wünschen und Bedürfnissen zu erkennen. Zum Beispiel: man hat gestern etwas genossen, ein Stück Kuchen, eine interessante Begegnung, einen Kuss, Sport, Yoga.....  und möchte das gleiche jetzt, heute, wieder, obwohl die Situation vielleicht anders und das gestern Genossene heute sogar schädlich ist. Der Körper verlangt nach Obst, doch isst man statt dessen den gleichen Kuchen wie gestern und  - überspitzt - wird davon dick und fällt in einen Vitaminmangel. Sich nach etwas sehnen, das man gerade nicht hat, und wenn man es bekommt, nicht genug davon kriegen – das ist RAGA Ein Verlangen nach etwas, das man wirklich braucht, ist irgendwann einmal gestillt. Man fühlt sich satt und zufrieden (sukha). Wenn Raga im Spiel ist, ist man nie zufrieden, überlagert der Schmerz der Sehnsucht die Zufriedenheit beim Bekommen.  Permanente Unzufriedenheit ist also ein Kennzeichen von  RAGA. Auch der Wunsch, Vergängliches festhalten zu wollen fällt in diese Kategorie.

Im Üben des Yoga äußert sich RAGA zum Beispiel in Ungeduld. Man will die Übung können, und zwar sofort, überfordert sich deshalb (auch Asmita) und fügt sich Schmerz zu oder man lässt es ganz und hastet zum nächsten Event. Wenn man dann allerdings die Übung „kann“ kann man sich nicht am gewonnenen Erfolg freuen, weil man in Gedanken schon bei der nächsten Übung ist, die man „haben“, also „können“ will. Den Weg zu geniessen, mit allen Sinne das wahrzunehmen und  zu schätzen, was JETZT da ist, erzeugt Sukha, Leichtigkeit, Licht, das Gegenteil von Dukha.

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